Der Hamburger Stadtteilkulturpreis 2014 wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Freien Akademie der Künste von der Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler an das Bürgerhaus Wilhelmsburg für das Projekt 48h Wilhelmsburg verliehen. Der Ideenpreis Stadtteilkultur wurde erstmals vergeben und ging an K3 – Zentrum für Choreographie für die Projektidee zu Die HeldInnenagentur .

Unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste und großem Interesse der Szene ging eine unterhaltsame Preisverleihung über die Bühne, in deren Mittelpunkt die beiden Gewinnerprojekte standen. Moderiert wurde die Veranstaltung souverän und kompetent von Catarina Felixmüller, Journalistin und Kulturchefin von NDR 90,3.

Die Jury beurteilte das Projekt 48h Wilhelmsburg deshalb als besonders preiswürdig, weil es sich um ein neues Format handelt, das eine breit angelegte bürgerliche und öffentliche Beteiligung ermöglicht und gleichzeitig auf Nachhaltigkeit konzipiert ist. Die originelle Idee eines interkulturellen Festivals an verschiedenen öffentlichen Orten bietet die Chance für eine Vernetzung in den Stadtteil hinein und ist Symbol und Modell für den Sprung über die Elbe. Die Jury möchte mit der Vergabe des Hamburger Stadtteilkulturpreises 2014 an 48h Wilhelmsburg dazu beitragen, dass das Format erhalten bleibt und sich weiterentwickeln kann.

Authentisch, kollektiv und experimentierfreudig: 48h Wilhelmsburg ist kein Festival im klassischen Sinne. Es gibt kein kuratiertes Programm. Die Konzertformate sind so vielfältig wie die Akteure selbst.  Seit 5 Jahren bespielen bespielen Musikerinnen und Musiker jeder Kultur, aller Genres, Professionalisierungs- und Altersstufen ihre Nachbarschaft. Alle eint der Bezug zum Stadtteil In öffentlichen Planungsrunden – den „48h Zirkeltreffen“ – gestalten sie gemeinschaftlich das Programm. JedeR die/der  auf den Elbinseln wohnt oder arbeitet kann mitmachen, alles was realisierbar ist wird umgesetzt. In diesem Jahr sind es 160 Bands an 60 Orten.

Bei der Projektidee Die NachbarschaftsheldInnen – Die HeldInnenagentur  handelt es sich, so die Jury, um eine besonders ausdifferenzierte Idee, die Performance und eigene künstlerische Arbeit der Mitwirkenden verbindet. Insbesondere der hohe emanzipatorische Charakter für die Beteiligung der Kinder und der Grad der Vernetzung mit Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil macht die originelle, wenig konventionelle Projektidee preiswürdig. Die Verwirklichung des Projekts kann einen Impuls für die nachhaltige Entwicklung im Stadtteil setzen und ist auch auf andere Stadtteile übertragbar, meint die Jury.

Mit beiden Preisen werden herausragende und inspirierende Projekte der lokalen Kultur in Hamburg gewürdigt. Bewerben konnten sich kulturelle Initiativen, Zentren, Vereine und Einzelpersonen, die sich im Stadtteil engagieren.

Der Hamburger Stadtteilkulturpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, zeichnet erfolgreich durchgeführte Projekte und Aktivitäten aus, die in besonderem Maße den Qualitätsmerkmalen der Stadtteilkultur entsprechen. Der Ideenpreis Stadtteilkultur wird an außergewöhnlich inspirierende Projektideen vergeben, die 2014 oder 2015 umgesetzt werden sollen und ein Gesamtbudget von 10.000 Euro nicht überschreiten. Der Ideenpreis ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgestattet.

Das Bewerbungsverfahren für beide Preise endete am 28. Februar 2014. Die Bewerbung erfolgte über ein Onlineformular auf der Website von STADTKULTUR HAMBURG. Eine unabhängige Jury – bestehend aus Prof. Dr. Gesa Ziemer, Hafen City Universität, Prof. Dr. Gesa Birnkraut, Birnkraut Partner und Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt – ermittelte die beiden Preisträger aus einer Vorauswahl. Die Preisstifter und Unterstützer nominierten in ihrer Vorauswahl für den Hamburger Stadtteilkulturpreis neben dem jetzt ausgezeichneten Projekt 48h Wilhelmsburg weitere neun herausragende Projekte der Stadtteilkultur (in alphabetischer Reihenfolge): Altona macht auf!,  (theater altonale), Gartendeck (Gartendeck e.V.), KIKU – Kinderkulturhaus  (LOLA Kulturzentrum), Die Kinderbank (Fundus Theater), Platz für alle! KulturLeben Hamburg (KulturLeben Hamburg e.V.), Kunstklinik Bethanien (Kulturhaus Eppendorf), Nischengold (Goldbekhaus), Sound in the Silence (MOTTE) und !TSNUK – das Jugendkunstfestival in Langenhorn (Stadtteilschule am Heidberg & ella Kulturhaus Langenhorn).

Preisstifter und Unterstützer der beiden Preise sind die Hamburgische Kulturstiftung, die Gabriele Fink Stiftung, die Patriotische Gesellschaft von 1765 und die Kulturbehörde Hamburg. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. unterstützt die Umsetzung. STADTKULTUR HAMBURG, der Dachverband für lokale Kultur und Kulturelle Bildung, ist als Experte und Szenekenner für Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs zuständig.

Der Hamburger Stadtteilkulturpreis wurde 10 Jahre lang an herausragende lokale Kulturprojekte vergeben. 2012 ist der Preis in eine kreative Pause gegangen und kehrt nun mit einem erneuerten Stifterkreis, einem neuen Bewerbungs- und Auswahlverfahren, einem attraktiveren Preisgeld und dem neuen Ideenpreis Stadtteilkultur in die Hamburger Kulturlandschaft zurück.

Die Hamburger Stadtteilkultur und ihre Projekte stehen für Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger und Mitgestaltung der Stadtgesellschaft. Stadtteilkultur fördert Nachwuchs und Bildungsgerechtigkeit. Stadtteilkultur bietet Freiräume und schafft lokale Identitäten. Stadtteilkultur berührt und begeistert, weil sie Kultur mitten in der Gesellschaft und mitten aus der Gesellschaft ist. Sie spiegelt die ganze Vielfalt der Kulturen unserer Stadt.