Das Projekt FlüchtLINK vom LUKULULE e. V. soll junge Flüchtlinge mit Gleichaltrigen aus Hamburg zusammenbringen: Zum einen werden Workshops für junge Flüchtlinge und engagierte Jugendliche angeboten, zum anderen werden sie in das soziale Leben des Vereins und des Stadtteils eingebunden.

AUTORIN: GARDY STEIN-KANJORA

Das Projekt soll jungen Flüchtlingen einen Ausbruch aus der Isolation, in der die meisten von ihnen leben, ermöglichen, Foto: Gardy Stein-Kanjora

Das Projekt soll jungen Flüchtlingen einen Ausbruch aus der Isolation, in der die meisten von ihnen leben, ermöglichen, Foto: Gardy Stein-Kanjora

Sie kommen von weit her, haben unvorstellbare Strapazen und Schrecken erlebt und werden selbst hier, in der relativen Sicherheit der städtischen Auffanglager, häufig mit ihrem Trauma allein gelassen: Flüchtlinge. Seit Jahren geistert das Thema durch die Plenarsäle der Politik, aber konkret bewegt hat sich bisher wenig. Hier will der Verein LUKULULE ansetzen: Mit dem FlüchtLINK-Projekt sollen engagierte Hamburger Jugendliche mit jungen Flüchtlingen zusammengebracht werden.

Mindestens einmal will das Projekt Menschen, die aus verschiedenen Gründen aus ihrer Heimat fliehen mussten, ein Stück Normalität schenken. In mehrstündigen Workshops mit Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel, die von den jungen Kreativen des Vereins LUKULULE geleitet werden, können die jungen Flüchtlinge ihre Sorgen vergessen, künstlerisch tätig sein und vor allem Kontakt zu Gleichaltrigen knüpfen. Die LUKULULE-Teilnehmer, von denen viele selbst einen Migrationshintergrund haben, werden im Vorfeld von einer diplomierten Ethnologin ein interkulturelles Training erhalten, um über die diversen Hintergründe der Flüchtlinge informiert zu sein und entsprechend sensibel mit Kommunikationsschwierigkeiten, kulturellen Unterschieden oder Verhaltensauffälligkeiten umgehen zu können.

An den geplanten monatlichen Workshops, die parallel angeboten werden, können jeweils bis zu 20 Flüchtlinge teilnehmen – insgesamt ca. 80 Personen. Zunächst wird LUKULULE für dieses Angebot bereits bestehende Kontakte der Vereins kulturkaviar für alle nutzen, mit dem LUKULULE im Rahmen des Projekts kooperiert. Im Laufe der Zeit sollen aber auch andere Flüchtlingsheime einbezogen werden.

Über das Workshop-Angebot hinaus will das Projekt erreichen, dass die Flüchtlinge auch im Alltag mehr Kontakt zu Hamburger Jugendlichen finden. So werden sie z. B. zum regulären LUKULULE-Chor, zu Kochsessions oder lockeren „Deutsch-Stunden“ in die Räume des Vereins eingeladen.

Das Projekt ermöglicht den Flüchtlingen einen Ausbruch aus der Isolation, in der die meisten von ihnen leben. Durch die Vernetzung mit diversen Kooperationspartnern wie dem Bürger-haus Eidelstedt und dem kulturkaviar für alle e. V. schafft das Projekt einen lokalen Anlaufpunkt, an dem die Flüchtlinge nicht nur am kulturellen, sondern – was noch viel wichtiger ist – auch am sozialen Leben der Stadt teilhaben können. Durch Gesang, Tanz und Schauspiel können sie ein Ventil für das Erlebte finden und Kraft für den Weg schöpfen, der noch vor ihnen liegt. Das zunächst auf zehn Monate angelegte Projekt findet schon jetzt begeisterten Anklang: Viele der im Verein engagierten Künstler, Jugendlichen und deren Eltern wollen helfen, so dass ein großes freiwilliges Engagement zu erwarten ist.

LUKULULE ist 1999 aus einem interkulturellen Kinder- und Jugendprojekt für Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel entstanden. Der ungewöhnliche Name steht für „LUst an KUnst und LUst am LEben“ und ist gleichzeitig das Motto des gemeinnützigen Vereins. Kinder und Jugendliche lernen in kreativen Gesangs-, Tanz- und Theater-Workshops, ihre Ängste, Sorgen, Freude und Liebe zum Ausdruck zu bringen. Sie schreiben unter Anleitung professioneller Künstler selber Texte und Songs und teilen sich hierüber ihrer Umwelt mit. Die kulturellen Freizeitangebote von LUKULULE unterstützen die Entwicklung emotionaler, sozialer und interkultureller Kompetenzen aller Beteiligten. LUKULULE möchte mit seiner Arbeit junge Menschen auf kreative, künstlerische und ungezwungene Weise fördern. Der Verein verfolgt dabei in erster Linie Ziele wie Aggressionsabbau und Drogenprävention, Stärkung des Selbstvertrauens, Vermittlung des Gefühls der Wertschätzung und Anerkennung, Förderung von Toleranz und Respekt, Aufzeigen von Perspektiven und Motivation zur aktiven Zukunftsgestaltung sowie Unterstützung bei der Weiterentwicklung der eigenen Talente und Fähigkeiten.

KONTAKT
LUKULULE e. V.
Försterweg 119a · 22525 Hamburg · 040/54 75 26 61
lukulule@web.de · www.lukulule.de