Die W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik blickt mit der Themenreihe MOMENTAUFNAHMEN – VON BEWEGUNGEN UND BEGRENZUNGEN von September 2016 bis April 2017 aus verschiedensten Perspektiven und mit unterschiedlichen Formaten auf eine von Flucht und Migration geprägte Zeit.

Autorin: Imke Bredehöft

Aktion „#Refugee too“ der Künstlerin Moshtari Hilal in Altona, Foto: W3

Wie geht es den Menschen in den Flüchtlingscamps in der Türkei? Wie kommt es zu der Zerstörung des Lebensraums im Nigerdelta? Warum ist es so schwer, Menschenrechtsverbrechen in Syrien international zu verurteilen? Und was denken Menschen mit Fluchtgeschichte über das Label „Refugee“?

Auf diese und viele andere Fragen gibt es konkrete Antworten – und doch bleibt der Diskurs rund um Flucht und Migration oft diffus. Das Bildungs- und Kulturzentrum W3 startete vor diesem Hintergrund die Veranstaltungsreihe MOMENTAUFNAHMEN – VON BEWEGUNGEN UND BEGRENZUNGEN mit dem Ziel, durch einzelne Fragmente individuelle Geschichten und Gedanken, strukturelle Hintergründe sowie die historischen und politischen Zusammenhänge greifbarer zu machen. Gestaltet wurden die Vorträge, Performances, Workshops oder Ausstellungen dabei vor allem von Menschen mit eigener Fluchterfahrung.

Den Auftakt machte der Performancekünstler und Aktivist Riadh Ben Ammar mit seinem Theaterstück „Eldorado-Europa“ zum Potenzial von offenen Grenzen. Weiter ging es mit einer öffentlichen Aktion in der Altonaer Innenstadt: Die Hamburger Künstlerin Moshtari Hilal stellte unter dem Titel „#Refugee too“, die Selbstaneignung des Labels „Refugee“ und Empowerment in den Fokus.

Ganz konkreten Hintergründen und Folgen der Flucht widmeten sich darüber hinaus verschiedene Referent*innen in Vorträgen über die Situation von Geflüchteten in der Türkei, Flüchtlingscamps in Jordanien, Klimaflucht und Ökoziden im Nigerdelta, Transitional Justice in Syrien oder der Rolle der Frauen in der syrischen Revolution. In Workshops für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit ging es zudem um eine möglichst diskriminierungssensible Zusammenarbeit.

Unterstützung für die Themenreihe gab es zudem von dem international renommierten syrischen Künstler Tammam Azzam, der im Rahmen der Reihe einige seiner Fotocollagen zum syrischen Krieg im Altonaer Rathaus zeigte.

Mit diesen MOMENTAUFNAHMEN von der aktuellen ­Situation von Geflüchteten weltweit und von den vielfältigen Gründen für ihre Flucht versteht sich die Veranstaltungsreihe als eine Zeitdiagnose ohne Anspruch auf Vollständigkeit – ­dafür mit dem Anspruch, neue Perspektiven aufzuzeigen.

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