Aus allen Einsendungen nominieren die Preisstifter für den Hamburger Stadtteilkulturpreis die zehn Finalisten. Die unabhängige Jury – bestehend aus Hella Schwemer-Martienßen von den Bücherhallen Hamburg, Robert Hillmanns aus dem zakk Düsseldorf und Ellen Ahbe von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren – ermittelt aus diesen Finalisten den Preisträger.

Statements der Jury

Hella Schwemer-Martienßen

Der Hamburger Stadtteilkulturpreis ist eine großartige Gelegenheit, die Akteure der Stadtteilkultur und der Kulturellen Bildung wirkungsvoll in den medialen Fokus zu stellen. Die Akteure dieser Disziplinen sind aus der Perspektive der Kulturschaffenden und Künstler*innen und auch der Kulturpolitik allzuoft nicht selbstverständlich Teil der zu fördernden Kulturszene. Dabei stellen gerade sie sich tagtäglich den Herausforderungen für eine vielfältige, integrative und inklusive Stadtgesellschaft, sie sind in ihrer Arbeit stets auf der Spur von Ausgrenzung und Diskriminierung ganz nah an den Menschen, unterstützen Bildungs- und Teilhabeprozesse und machen das Leben in Nachbarschaften lebenswerter.

Hella Schwemer-Martienßen ist Direktorin der Stiftung Hamburger Öffentlichen Bücherhallen.

Robert Hillmanns

Hillmanns

Stadtteilkultur bringt die Menschen einer diversen Stadtgesellschaft zusammen und schafft unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligung: vor, auf oder hinter der Bühne. Sie nimmt Potentiale und Interessen auf, fördert den Nachwuchs, vernetzt Bürger*innen, Vereine und Initiativen und verleiht Menschen mit Mitteln der Kunst eine Stimme. 

Robert Hillmanns ist Programmplaner im Kulturzentrum zakk (Düsseldorf) mit dem Schwerpunkt Interkultur.

Ellen Ahbe

In unserer Gesellschaft vollziehen sich in diesen Jahrzehnten tiefgreifende Veränderungen und dies in hoher Geschwindigkeit. Der Wandel beinhaltet Chancen, wird aber auch von Konflikten begleitet. Soziokulturelle Zentren arbeiten in großer Nähe zu den Lebensmittelpunkten der Menschen, also dort, wo sowohl die Chancen als auch die Konflikte buchstäblich mit Händen zu greifen sind. Für Stadtteilkultur trifft das aufgrund der dichten Stadtstrukturen in besonderer Weise zu. Innovative Entwicklungen haben oft hier ihren Startpunkt. Stadtteilkultur ist für optimale gesellschaftliche Lösungen unverzichtbar. Sie verdient alle Aufmerksamkeit und Förderung.

Ellen Ahbe ist Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren.