Mehr Kultur für alle Kinder – das war ein wichtiges Motiv des Kulturzentrums LOLA, als es 2010 das Kinderkulturhaus KIKU gründete. Zum Konzept gehörte von vornherein die Kooperation mit Schulen und Kitas. Denn es sollen auch Kinder profitieren, die von zu Hause weniger gefördert werden.

AUTOR: THOMAS RICKEN

Das KIKU verbindet kulturelle und sprachliche Bildung – wie hier bei einer selbst erdachten Theaterszene, Foto: KIKU

Das KIKU verbindet kulturelle und sprachliche Bildung – wie hier bei einer selbst erdachten Theaterszene, Foto: KIKU

Deshalb legt das KIKU einen besonderen Schwerpunkt auf sprachförderliche Kulturprojekte. Kinder spielen Theater, singen, stellen Kunstwerke her – und lernen dabei besser Deutsch. „In den Gruppen mit ausgewiesenem Sprachförderbedarf ist für fast alle Kinder Deutsch eine Zweitsprache“, berichten die KIKU-Geschäftsführer Ortrud Schwirz und Thomas Ricken. Die Wertschätzung der Herkunftssprache gehört immer dazu. „So werden auch mal Szenen auf Russisch oder Türkisch gespielt oder Lieder mehrsprachig gesungen.“

Die meisten der kooperierenden Schulen und Kitas kommen aus dem direkten Umfeld des KIKUs in Lohbrügge und Bergedorf. Weil sich aber auch Schulen außerhalb Bergedorfs für KIKU-Projekte interessieren, sind KIKU-Dozenten auch in anderen Stadtteilen unterwegs. Außerdem wurde das sprachförderliche Prinzip des KIKUs auf das Bildungs- und Beratungszentrum Süderelbe übertragen, eine weitere Übertragung läuft.

Von den rund 80 KIKU-Projekten im Jahr hat rund die Hälfte keinen expliziten Sprachförderanteil. So kommen regelmäßig Schulklassen wochenweise in das Haus am Lohbrügger Markt. Sie erarbeiten Theaterstücke, Filme oder Hörspiele. Darüber hinaus bietet das KIKU auch Kulturprojekte im Freizeitbereich an. Einer der Höhepunkte war im vergangenen Jahr ein von Kindern und Jugendlichen erdachtes und vertontes Musical: Der König von Lohbrügge. Wie immer bei KIKU-Projekten übernahmen Profis die Betreuung und Anleitung. Aber auch Ehrenamtliche finden ihren Raum: Im KIKU-Leseclub engagieren sich Seniorinnen bei der Betreuung und Leseförderung.

Durch viele große und kleine Kulturereignisse und durch die Teilnahme an Stadtteilaktionen oder Festen ist das KIKU zu einer festen Größe im Bergedorfer Kulturbetrieb geworden. Hier findet nicht nur einmal wöchentlich Puppentheater statt, hier probt auch der Bergedorfer Kinderchor. Die Aktivitäten des KIKU sollen auch kultur- und bildungspolitisch ausstrahlen: Anfang Februar dieses Jahres veranstalteten LOLA und KIKU deshalb eine Tagung zum Thema Bildungsgerechtigkeit.

KONTAKT
KIKU – Kinderkulturhaus des Kulturzentrums LOLA UG (haftungsbeschränkt)
Lohbrügger Markt 5 · 21031 Hamburg
040/73 92 80 95 · info@kiku-hh.de · www.kiku-hh.de