Das Verbundprojekt Postmigrantische Familienkulturen (POMIKU) von HAW Hamburg, Universität Hamburg und dem Lenzsiedlung e.V. beschäftigt sich mit dem Lebensalltag in der Lenzsiedlung in Eimsbüttel. Das Hauptziel ist der Austausch von Menschen, die sonst wenig miteinander in Berührung kommen.

Autorin: Annette Abel

Kunstwerk „drehbare Geschichten“ von migrantas, Foto: migrantas

Zum Projekt gehört eine beteiligungsorientierte Ausstellung im Café des Bürgerhauses, in der es um die Geschichten und das Zusammenleben der Menschen in der Lenzsiedlung geht. Ferner sind Workshops geplant, die das Künstlerinnen­kollektiv migrantas leiten werden. In den Workshops erstellen die Teilnehmer*innen Zeichnungen zum Thema Familie, Beziehungen und Zusammenleben, die dann von den migrantas zu Piktogrammen verdichtet und anschließend auf Plakaten und Postkarten in den öffentlichen Raum gebracht sowie in einer Ausstellung im Café gezeigt werden.

Zudem soll eine Skulptur mit den Piktogrammen gemeinsam mit den Bewohner*innen in der Lenzsiedlung aufgestellt werden. Diese soll für die 3.000 Bewohner*innen langfristig zu einem Symbol eines vielfältigen gemeinsamen Zusammenlebens werden. Themen wie Migration, familiäre Lebensformen und Identitäten vor Ort werden so sichtbar gemacht, außerdem ermög­licht die Skulptur allen Mitwirkenden eine Mitgestaltung des Stadtteils.

Hauptziel dieses partizipatorischen Prozesses ist der Austausch von Menschen, die in ihrem Alltag wenig miteinander in Berührung kommen. Unterschiedliche und gemeinsame Themen und Vorstellungen werden sichtbar und können kommuniziert werden. Es können Prozesse der Selbstreflexion und der Öffnung gegenüber anderen Lebensformen und Werteskalen angeregt werden. Eigene Geschichten werden in Relation zu größeren politischen Entwicklungen gesetzt. Die Ausstellung und die urbane Aktion sollen den Menschen die Möglichkeit bieten, ihre Zeichnungen und Themen in die Öffentlichkeit zu bringen und so zu Diskussionen anzuregen.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Debatte über Migration, Vielfalt und interkulturellen Dialog. Gemeinsam arbeiten wir daran, Menschen für unterschiedliche Formen der Beteiligung zu begeistern und ihren Geschichten und Anliegen Gehör zu verschaffen.
Aufgrund des Coronavirus mussten die Workshops mit den migrantas leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

KONTAKT
Lenzsiedlung e.V.
Julius-Vosseler-Straße 193 · 22527 Hamburg · 040/43 09 67-30
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