So wünsche ich mir Ottensen: Ottensen neu denken

„So wünsche ich mir Ottensen“ ist ein Mixed-Media-Projekt, das kulturelle Teilhabe und Mitgestaltung im Stadtteil auf beispielhafte Weise verbindet. Der Altonaer Verein bild+begegnung e.V. entwickelt seit 2018 künstlerische Forschungsprojekte für Kinder und Jugendliche. Für dieses Projekt wurde er von der Initiative freiRaum Ottensen angesprochen, gemeinsam mit Grundschüler*innen ein Projekt zu den bevorstehenden Veränderungen im Quartier zu entwickeln. Grundschüler*innen der Schule Bahrenfelder Straße setzten sich daraufhin mit ihrem Stadtteil auseinander und entwickelten eigene Ideen für Ottensen.

Autorin: TANJA BÄCHLEIN

Das Stadtteilmodell von Ottensen zum Neudenken, Foto: bild+begegnung e.V.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie erleben Kinder ihre Umgebung und wie wünschen sie sich den öffentlichen Raum der Zukunft? Die Teilnehmenden erkundeten Plätze und Straßen, fotografierten, sammelten Geräusche und tauschten sich über ihre Beobachtungen aus. Sie untersuchten Spielplätze, bewerteten Aufenthaltsqualitäten und machten Vorschläge für neue Nutzungen, etwa wenn Parkbuchten künftig nicht mehr von Autos belegt sind.

Durch Interviews und Begegnungen mit Menschen aus ­lokalen Initiativen wie dem VCD Nord und dem Verein FUSS e.V. wurde Stadtplanung für die Grundschüler*innen konkret erfahrbar. Auch mit Mitarbeitenden des Bezirksamts Altona kamen die Kinder im Altonaer Rathaus ins Gespräch. So entstand eine starke Vernetzung zwischen Schule, Stadt­teilakteur*innen und kultureller Bildungsarbeit – und ein ­Dialog, der Kinder als ernstzunehmende Stimmen in Planungsprozessen sichtbar macht. Ein zentrales Ergebnis war der Bau eines Stadtteilmodells, das als Grundlage für eine Stopptrick­animation diente. Außerdem entstanden Entwürfe für Skulpturen im öffentlichen Raum wie z. B. ein Riesenchamäleon, ein künstlicher Kletterbaum oder eine Sitzlandschaft.

Die Abschlussausstellung im Ottenser Einkaufszentrum MERCADO machte die Kinderperspektiven sichtbar und brachte Stadtteilkultur in einen öffentlichen, alltagsnahen Raum zu den Bewohner*innen, mit denen über die Ergebnisse und das Thema „Stadt von morgen“ diskutiert werden konnte. Das Projekt zeigt, wie kulturelle Bildung junge Menschen stärkt, Beteiligung ermöglicht und lokale Kultur als demokratischen Prozess erfahrbar macht – mit Kindern als Gestaltende ihrer Stadt und ihrer gemeinsamen Zukunft.

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bild+begegnung e.V.
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